Sind Kastanien besser als Waschnüsse?

Roßkastanie die heimische Waschnuss

Spätsommer bzw. Herbst ist Kastanienzeit. Als Kinder haben wir Kastanien gesammelt und daraus lustige Figuren gebastelt oder sie an Tiere im Tierpark verfüttert. Doch die Rosskastanie zählt wie der indische Waschnussbaum zu den Seifenbaumgewächsen und eignet sich dadurch hervorragend zum Wäschewaschen. Doch bitte nicht mit der Esskastanie verwechseln, diese besitzt keine Waschwirkung.

Vergleich Kastanien und indische Waschnuss

Die Kastanie besitzt mit 10% einen ähnlich hohen Anteil an Saponinen wie die indische Waschnuss. Saponine sind natürliche Seifen, die in Verbindung mit Wasser aufschäumen und somit Verschmutzungen lösen. Die Rosskastanie ist ein heimischer Laubbaum und in ganz Mitteleuropa vertreten. Man kann die Kastanie im eigenen Garten anpflanzen oder sammelt ihre Früchte im Wald oder Parks. Das erspart lange Transportwege und ist damit nicht nur umweltfreundlicher als die Verwendung von Waschnüssen, sondern man spart auch noch Geld. Wer keinen Kastanienbaum vor der Haustür hat, der kann auch bereits gemahlene Kastanien online kaufen*.

Wirksamkeit und Inhaltsstoffe der Rosskastanie

Die sanften Inhaltsstoffe und die natürlichen Saponine sind sehr gut hautverträglich und waschen dennoch effektiv. Dadurch eignet sich Waschmittel aus der Rosskastanie besonders für Kinder und Menschen mit sensibler Haut. Ganz besonders empfehlenswert ist es für Allergiker. Die Waschleistung ist vergleichbar mit der eines Universalwaschmittels. Sie können damit jede Art von Textilien waschen: Buntwäsche, weiße Wäsche, sowie feine Stoffe wie Wolle oder Seide. Die Saponine als natürliche Stoffe werden sehr gut im Kreislauf der Natur abgebaut. Die ausgelaugten Reste der Kastanie können Sie auf dem Kompost oder im Biomüll entsorgen.

Vier einfache Schritte zum Rosskastanien-Waschmittel

In fünf einfachen Schritten kommen Sie zu einem ökologischen und sanften Waschmittel. Wir zeigen Ihnen hier, wie es geht.

1. Sammeln der Kastanien

Rosskastanien
Rosskastanien

Von Anfang/Mitte September können Sie Kastanien sammeln. An den meisten Orten können Sie dies bedenkenlos tun. Informieren Sie sich aber in Parks oder Zoos, ob es dort erlaubt ist, oder ob die Kastanien dort für den eigenen Bedarf benötigt werden und z.B. für die Tiere des Tierparks bestimmt sind. Vermeiden Sie auch in der Nähe von Hundeplätzen oder an vielbefahrenen Straßen zu sammeln. Die Früchte könnten verunreinigt sein und Ihnen unliebsame Keime ins Haus bringen. Sammeln Sie außerdem nur ganze und saubere Früchte. Die Kastanien sollten rotbraun sein, dann sind sie reif und eigenen sicher hervorragend zur Herstellung von Waschmittel. Die grünen stacheligen Kapseln können Sie liegen lassen, diese werden nicht zum Wäschewaschen benötigt.

UNSER TIPP

Rosskastanien lassen sich im getrockneten Zustand nur schwer verarbeiten. Sammeln Sie daher nur so viele Kastanien wie sie benötigen und verarbeiten können.

2. Aufbewahren

Rosskastanie angeschnitten
Rosskastanie angeschnitten

Diesen Schritt können Sie auch auslassen, wenn Sie die Kastanien direkt verarbeiten. Die Verarbeitung der frischen Kastanien ist deutlich einfacher und daher eindeutig zu empfehlen. Die ganzen Kastanien können bis zu einer Woche an der Luft aufbewahrt werden. Regelmäßiges Wenden und Trocknen in der Sonne sorgt dafür, dass sie nicht schimmeln. Wenn Sie die Kastanien länger aufbewahren möchten, dann sollten Sie diese zu einem Pulver verarbeiten.

3. Reinigen und Zerkleinern

Kastanien geschnitten und geviertelt
Kastanien geschnitten und geviertelt

Nehmen Sie ca. 8 Mittelgroße Kastanien. Waschen Sie sie in einem Liter Wasser mit einem Esslöffel Natron. Danach mit klarem Wasser abspülen und abtropfen lassen. Anschließend vierteln Sie die Kastanien mit einem großen Messer. Sie können Sie auch noch weiter zerkleinern oder auch in einer Küchenmaschine zu Pulver verarbeiten.

Unser Tipp

Mahlen Sie die Kastanien zu Pulver um sie länger haltbar zu machen. Dazu zerteilen Sie die Kastanien mit einem Messer in Erbsengroße Stücke und geben diese in eine Küchenmaschine, wo Sie sie zu einem feinen Pulver mahlen.

4. Herstellen des Flüssigwaschmittels

Waschmittel aus Rosskastanien
Waschmittel aus Rosskastanien

Geben Sie die Kastanien in ein Glas und gießen Sie 300ml Wasser darüber und lassen Sie es mindestens 8h ziehen. Zuletzt gießen Sie Die Flüssigkeit durch ein Sieb in das Waschmittelfach abgießen. Waschen Sie ihre Wäsche ganz normal. Dabei ist es wie gesagt egal, ob es sich um Bunt- oder Weißwäsche handelt.

Bei besonders verschmutzter Kleidung kann man die Anzahl der Kastanien auch verdoppeln.

ACHTUNG!

Wie bei jedem Waschmittel sollte man auch dieses außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren. Sollte doch mal etwas verschluckt werden, konsultieren Sie bitte umgehend einen Arzt. Geht mal etwas ins Auge, die Augen einige Minuten gründlich mit Wasser spülen.

Unser Tipp

Beugen Sie unschönen Verfärbungen vor, indem Sie die Kastanien schälen bevor Sie daraus Waschlauge herstellen. Damit spricht nichts mehr gegen das Waschen von weißer Wäsche.

Kaufen von fertigem Pulver

Sollten Sie keinen Kastanienbaum in Ihrer Nähe haben, so können Sie diese auch ganz oder als Pulver im Handel kaufen. Achten Sie dabei auf heimisches und ökologisch hergestelltes Kastanienpulver. Im Handel erhältliche Kastanien kommen sehr oft aus China oder anderen weiter entfernten Gegenden. Wir haben Ihnen daher ein sozial-ökologisch hergestelltes Rosskastanienpulver verlinkt, welches Sie bedenkenlos kaufen können.

Vorteile der Kastanie

Die Vorteile der Kastanie sind so umfangreich, dass wir sie in einzelne Kategorien packen mussten

  • frei von Chemikalien
  • universell einsetzbar als Waschmittel, Putzmittel, Futtermittel
  • schont Farben und Gewebe
  • sehr ergiebig
  • einfache Handhabung

  • nachwachsende und heimische Ressource
  • 100% biologisch abbaubar
  • wirkt sich positiv auf den ökologischen Fußabdruck aus
  • reduziert Waschchemikalien im Abwasser
  • entlastet Gewässer
  • keine Verpackung und Abfall – Reste sind kompostierbar
  • nahezu ökoneutrales Waschen

  • Hypoallergen und sanft zur Haut
  • gut verträglich für Kinder, sowie Menschen mit empfindlicher Haut
  • für Allergiker geeignet
  • reduziert Hautbelastungen
  • altbewährte Naturarznei

  • kostenfreies Naturwaschmittel
  • keine zusätzlichen Kosten für Reinigungs- und Waschmittel
  • Gemeinden sparen Entsorgungskosten

Entsorgung der ausgelaugten Kastanien

Kastanienstücke und Kastanienpulver können bis zu vier Mal wiederverwendet werden, danach ergeben die Reste einen guten Pflanzendünger. Sie können sie aber auch auf dem Kompost oder im Biomüll entsorgen.

Unterschied Esskastanie und Rosskastanie

Esskastanie Marone Edelkastanie
Esskastanie Marone Edelkastanie

Obwohl sich die Kastanien im Aussehen ihrer Früchte sehr ähneln, sind sie nicht miteinander verwandt. Die Esskastanie, die auch unter den Namen Marone oder Edelkastanie bekannt ist, gehört zu den Buchengewächsen. Sie enthält keine waschaktiven Substanzen, ist dafür aber eine kulinarische Delikatesse. Geröstet in einer Gusseisernen Pfanne ist sie ein Genuss. Ihre Früchte haben eine weiße behaarte Spitze, sind rundlich und längs gestreift.

Rosskastanien
Rosskastanien

Die Rosskastanie ist nicht zum Verzehr geeignet. Ihre Früchte sind rund, mit einer feinen Maserung durchzogen und hochglänzend. Sie eignet sich hervorragend zur Herstellung von Waschlauge, da sie 10-15% Saponine enthält.

Zusammenfassung

Rosskastanien sind eine umwelt- und vor allem klimaschonende Alternative zu herkömmlichen Waschmitteln, aber auch zu Waschnüssen. Sie sind günstig und hautverträglich und können für jeden Wäschetyp genutzt werden, sowohl Buntwäsche als auch Weißwäsche wird damit wunderbar sauber. Das Waschpulver kann man auf Vorrat herstellen und trocken gelagert auch bis zu einem Jahr zwischenlagern. Das Pulver ist mehrmals wiederverwendbar und kann anschließend kompostiert oder im Biomüll entsorgt werden. Die Kastanie ist damit ein gutes Beispiel, wie wir durch den Einsatz von Naturprodukten, die vor unserer Haustür im Überfluss vorkommen, die Umwelt und ihre Ressourcen schonen können.

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